Bio-Haltung

Die EG - Ökorichtlinien
Die EG-Ökorichtlinien räumen letzte Vorstellungen einer "artgerechten Tierhaltung" aus. Laut EG-Recht (siehe vor allem Anhang III) steht z.B. einem "Öko-Kälbchen" bis 100kg Gewicht ein "Lebensraum" von insgesamt 2,6qm zu; diesen Lebensraum hat es für sich ganz allein, denn auch "Öko" lässt zu, dass Kälber schon in den ersten Lebenstagen von ihren Müttern getrennt und isoliert z.B. in so genannten Kälber-Iglus aufgezogen werden. "Öko" - Milchkühe führen ihr "glückliches Leben" auf sage und schreibe 10,5qm. Eine Sau und ihre durchschnittlich 12 Ferkel auf 10qm "Lebensraum" erfüllen ebenso die Öko-Richtlinie. Später stehen diesen Ferkeln bis zu einem Gewicht von 50kg 1,4qm Schweinebucht zur Verfügung. Im Gegensatz zu ihren Artgenossen in konventioneller Haltung haben sie ein paar Halme Stroh unter den Füßen. Weder Kälbern noch Ferkeln noch Masttieren wird nach den Öko-Richtlinien Freilauf "auf der grünen Wiese" zugestanden. Ihre "Privilegien" als Öko-Tiere: sie haben Anspruch auf einen Blick nach draußen, auf Wasser und auf ein bisschen Stroh.

Die Bio-Anbauverbände
Die Bio-Anbauverbände (Bioland, Demeter, Naturland und Co) werben damit, noch viel strengere Kriterien anzulegen als die EU-Bio-Richtlinie. Der KonsumentIn wird suggeriert, dass es sich bei diesen Siegeln nochmal um eine ganz andere Kategorie handelt als "nur" EU-Bio. Dabei geht es auch hier nur um lächerliche Veränderungen. Auch die bekannten Anbauverbände sind keine Garanten für "glückliche Tiere". Die Suche nach der heilen Tierhaltungs-Welt wird immer verrückter. Systematisch ausgeblendet werden Schlachtung, Zwangsschwängerung, Kindesraub, Verzüchtung, Freiheitsentzug und permanentes Ausgeliefertsein. Fühlende Wesen werden zwangsläufig zu nichts weiter als Waren für menschliche Märkte degradiert ob demeter, bio oder konventionell. Die Suche nach dem Ausnahmebetrieb, bei dem man in einer Momentaufnahme vermeintlich glückliche Tiere sieht, dient der Beruhigung des Gewissens aller Fleischesser. So können sich alle weiterhin einreden, dass ihre Tierprodukte schon nicht so grausam hergestellt wurden. (... mehr Details zu den Bio-Anbauverbänden)

Massentierhaltung auch bei "Bio" und "Öko"
Was in der konventionellen Nutztierhaltung für die Landwirte unerlässlich ist, nämlich hohe Bestandszahlen, um wirtschaftlich "produzieren" zu können, gilt auch für "Bio-" und "Ökobetriebe". So ist auch ein Betrieb, der nach "Bio"- und "Öko"- Richtlinien" arbeitet, kein idyllischer Bauernhof mit ein paar glücklichen Tieren, sondern auch hier findet man die gleiche Massentierhaltung mit Hunderten, Tausenden und Zehntausenden Tieren wie im konventionellen Bereich. Institutionen bzw. Fleisch-, Milch- und Eiererzeuger wie z.B. der "Neuland-Verein", der sich unter Leitung des "Deutschen Tierschutzbundes" die "artgerechte Tierhaltung" auf die Fahnen geschrieben haben, begrenzen die Tierhaltung in ihren angeschlossenen Bertieben auf "überschaubare" 10.000 (!) Legehennen, 14.400 Masthühner, 5.100 Puten und 2.000 Gänse pro Betrieb, 950 Mastschweine oder 500 Mastschweine plus zugehörige Zuchtsauen, 155 Zuchtsauen bei Ferkelerzeugern - also "Massentierhaltung" mit dem Gütesiegel des Deutschen Tierschutzbundes.

Das Ende: "Humanes Schlachten"
"Öko"- und "Bio"- Tiere erleiden kein anderes Ende als andere Tiere: nach einer Betäubung mittels Strom, Gas oder Bolzenschuss wird den lebenden Tieren vom Schlachter der Hals aufgeschnitten, sie sterben durch Ausbluten, was einige Minuten dauert.

Viele Schlachttiere erleben aufgrund mangelhafter Betäubung ihren Tod bei mehr oder weniger vollem Bewusstsein. Schlachten und töten kann niemals "human" sein.

"Tierschutz" und die "artgerechte Nutztierhaltung"
Tierschützer und Tüerschützerinnen engagieren sich für Tiere mit dem erklärten Ziel, Leid und Tod von Hunden, Katzen, Kaninchen und anderen Haustieren abzuwenden. Doch wenn es um "Nutz-tiere" geht, ist der Schatten, über den die meisten Tier-schutzbewegten zu springen vermögen, erstaunlich groß. Dann geht es nicht mehr um die Abwendung von Leid und Tod, sondern nur noch um "weniger Leiden" im kurzen Nutztierleben. Eine Gleichbehandlung von Haus- und Nutztieren hätte zur Konsequenz, dass vor allem doch Tierschützer sich stark machen müssten für eine drastische Verringerung des Konsums tierischer Produkte, da nur so das Leiden und Sterben der "Nutztiere" verhindert werden kann.

Wenn Landwirtschaftsministerien, Landwirtinnen oder Metzger eine "Artgerechte Nutztierhaltung" vortäuschen, wo keine ist, damit den Menschen nicht der Appetit auf Fleisch vergeht, wundert es nicht. Wenn jedoch "Tierschutzorganisationen" dies in vollem Bewusstsein und wider besseren Wissens tun, schon. Statt eines Verzichtes auf tierische Produkte, anstelle von Vegetarismus- und Veganis-muskampagnen propagieren die meisten "Tierschutz-organisationen" massiv "Bio"- und "Öko"- Fleisch, Mich und Eier und unterstützen kräftig, was sie doch eigentlich bekämpfen sollten: Leid und Tod von Tieren.

Realität statt Bio-Idylle
Das trostlose, leidvolle Leben der "Öko-Tiere" wird durchweg als "artgerecht" propagiert, die "glücklichen Tiere" werden "schonend transportiert" und "human geschlachtet". Bio-Verfechter haben kein Problem damit, die Ausbeutung und das alles andere als artgerechte Leben der Bio-Tiere als "besonders artgerecht" zu bezeichnen und hoch zu loben.

Zuchtsauen im Kastenstand, lethargische Kälber ohne Mütter und weit und breit keine grüne Wiese, Milchkühe in Anbindehaltung, Mastschweine in verkoteten Ställen, Bio-Hühner, die ebenso zerrupft sind wie ihre Genossinnen in der konventionellen Bodenhaltung: die Vorstellung von Bio-Idylle zerbricht beim Blick hinter die Kulissen.

Staatliche Öko-Werbung
Die Landwirtschaftsministerien des Bundes und der Länder machen sich stark für "Bio" und "Öko". Schon Kindern wird heute im Kindergarten und in der Schule erklärt, dass "Bio" und "Öko" gut und gesund ist, für Tiere und Menschen. Trügerische, nicht den Öko-Tatsachen entsprechende Bilder glücklicher Schweine, friedlich grasender Kühe und freilaufender Hühner und die ebenfalls sofort dazu gelieferten Bezugsquellen und Rezeptideen, die gratis Bio-Milch in Schulen, und andere Werbestrategien sollen auch den letzten Zweifler überzeugen, weiterhin zu tierischen Produkten zu greifen.

So gibt es staatliche Ökopropaganda schon für die Kleinsten: Ökowettbewerbe für Kinder, wo sie beigebracht bekommen, dass es - ganz entgegen der ursprünglichen Einstellung der meisten von ihnen - nichts Schlechtes ist, Tiere zu töten, um sie aufzuessen oder sie einzusperren, um sich ihre Milch und ihre Eier anzueignen, dass Kühe, Schweine, Hühner und andere "Nutztiere" dazu da sind, um von Menschen ausgebeutet und getötet zu werden.

Quelle: biowahrheit.de

zurück: Kaninchenmast

nach oben: Bio-Haltung

nächste Seite: Schafe

  • Tierschützer beklagen Tierquälerei in anerkannten Bio-Ställen und Verbrauchertäuschung bei Bio-Fleisch

  • Forscher stellen fest, dass Bio-Tiere oft gar nicht gesünder sind als konventionell gehaltene Tiere

  • Experten schätzen, dass jedes achte Schwein und fast jedes zehnte Rind beim Schlachten nicht richtig betäubt ist

  • Massenbetriebe gefährden verantwortungsbewusste Bio-Bauern

Unzählige Bio-Siegel mit wenig Aus-sagekraft

Aktuell macht der Anteil von biologisch erzeugtem Fleisch je nach Tierart nur zwei bis vier Prozent aus. Da ist noch Luft nach oben. Den Besuchern der Messe Slow Food in Stuttgart ist es vor allem wichtig, dass es den Tieren gut geht.

Mit unzähligen Siegeln hat sich die Bio-Branche neue, zahlungskräftige Kunden erschlossen. Doch die Anforderungen der einzelnen Siegel an die Haltung der Tiere sind höchst unterschiedlich. Ausgerechnet das am weitesten ver-breitete EU-Bio-Siegel hat die lockersten Vorschriften für die Haltung im Stall.

Tierquälerei in zugelassenen Bio-Ställen

Und so gibt es neben guten und verant-wortungsvollen Bio-Bauern auch Tritt-brettfahrer, die die geringen Mindest-anforderungen gerade so erfüllen und denen das Tierwohl schnuppe ist. Die Tierschutz-Organisation ARIWA hat Bilder gedreht, die uns den Atem verschlagen in offiziell zugelassenen Bio-Ställen.

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in meiner Datenschutzerklärung.