Fische

Fische: Fischfang und Fischzucht in Aquafarmen

Schmerzempfinden und Leidensfähigkeit sind bei Fischen ebenso vorhanden wie bei Säugetieren. Durch Überfischung sind immer mehr Arten vom Aussterben bedroht. Nachhaltige Fischerei oder Fischzucht in Aquakulturen sind in der Praxis quasi unmöglich.

Fische besiedelten schon vor über 450 Millionen Jahren die Meere. Damit sind sie die älteste und artenreichste Wirbeltiergruppe unseres Planeten. Durch ihre Anpassungsfähigkeit konnten sie fast jedes Gewässer besetzen: vom sprudelnden Bergbach bis hin zu den Weltmeeren. Doch ihr Bestand verringert sich rasant. Grund dafür sind vor allem der Fischfang und die Fischzucht in Aquafarmen.

Überfischung: Individuen sterben massenweise

Jährlich werden etwa 93 Millionen Tonnen dieser Meereslebewesen aus der Tiefe abrupt an die Oberfläche geholt und das unter unvorstellbaren Qualen.1 Durch die wechselnden Druckverhältnisse zerreißen ihre Schwimmblasen und ihre Augen treten ihnen aus den Höhlen. An Bord der Schiffe ersticken die Fische dann langsam und qualvoll oder werden vom Gewicht ihrer Artgenossen erdrückt. Auf diese Weise müssen weltweit bis zu 2,7 Billionen fühlende Individuen jährlich sterben, der inzwischen Überhand nehmende illegale Fischfang noch gar nicht mitgerechnet. [2]

Beifang verursacht unnötiges Leiden und Sterben

Umweltgefährdende Fangmethoden und unzureichende Fischereigesetze haben verheerende Auswirkungen auf die Weltmeere und ihre Lebewesen. Viele Millionen Meeresbewohner landen pro Jahr unbeabsichtigt als sogenannter Beifang in den Netzen der Fischer. Etwa 40 % der gefangenen Tiere werden wieder über Bord geworfen, da sie für die Fischer nicht profitabel sind.[3] Als Beifang gelten alle unbeabsichtigt mitgefangenen Meeresbewohner darunter auch 300.000 Wale und Delfine.[4] Die meisten von ihnen überleben diese Tortur nicht. Sie sterben entweder durch die Fangprozedur oder verenden später langsam und qualvoll aufgrund von Verletzungen oder Stress.

Fischbestände gehen rasant zurück

Mangelnde oder unzureichende Fangverbote sowie viel zu hohe Fangquoten haben dazu geführt, dass beispielsweise in der Nordsee der Bestand laichfähiger Fische dramatisch gesunken ist. Heute gelten etwa 90 % der weltweiten Fischbestände als überfischt oder bis an die Grenze der Nachhaltigkeit ausgereizt. Betroffen ist z. B. auch der Kabeljau im Nordwest-Atlantik. Nach einem dramatischen Einbruch Ende der 90er-Jahre haben sich die Kabeljau-Bestände nur langsam wieder stabilisiert. Von den sieben hauptsächlich gefangenen Thunfischarten werden 41 % der Bestände nicht nachhaltig genutzt.[1]

Meeresökosystem gerät aus dem Gleichgewicht

Die Überfischung hat fatale Folgen für die Ökosysteme der Meere. So gehen nicht nur die Bestände der Arten stark zurück, die für den menschlichen Verzehr genutzt werden, sondern auch die Bestände der als Beifang geltenden Tiere. Ebenso leiden die Populationen von Meeresvögeln, Quallen und Plankton beträchtlich unter der massiven Fischerei.[6] Zudem belasten gerade auch die Fangmethoden die Ökosysteme. So zerstören etwa Grundschleppnetze, die für den Fang von Scholle, Seezunge oder Krebstieren verwendet werden, den Meeresboden und die hier vorkommenden Lebewesen wie Korallen.

Fischzucht in Aquakulturen

Die Fischzucht in Aquafarmen nimmt weltweit bedenklich zu. Neben Karpfen, Forelle oder Wels werden auch Meeresfische wie Lachs und Dorade in Aquafarmen gezüchtet. Im Jahr 2014 wurden weltweit über 73 Millionen Tonnen Fisch in Aquakulturen produziert.[1] Die hohe Besatzdichte in dieser Haltungsform führt bei den Tieren zu erhöhtem Stress sowie zu erhöhter Verletzungsgefahr und Anfälligkeit für Krankheiten.[7]

Aquakulturen schaden auf vielfältige Weise der Umwelt. Der Einsatz von Antibiotika und anderen Chemikalien verunreinigt die Gewässer und kann im schlimmsten Fall die Entstehung resistenter Bakterienstämme fördern, die auch für den Menschen gefährlich werden können. Fäkalien und Nahrungsrückstände belasten die Umwelt und können zu einer Überdüngung der Gewässer und einer Abnahme der Artenvielfalt führen.[8]

In Aquafarmen werden viele Raubfische gezüchtet wie etwa Lachs oder Forelle. Dadurch verschärft sich das Problem der Überfischung, da als Futter wiederum Fische dienen.1,9 Für die weltweite Nachfrage nach Fischmehl werden Sardellen bis zur Erschöpfung der Bestände abgefischt.

Angeln: grausames Hobby

Während die Jagd auf wildlebende Tiere mittlerweile von vielen Menschen abgelehnt wird, gilt Angeln bei vielen immer noch als entspannendes Hobby vermutlich aber nur, weil Fische nicht schreien können. Für den Fisch jedoch bedeutet Angeln erhebliches Leiden: Der Angelhaken bohrt sich in die Mundhöhle und reißt tiefe Wunden, der Fisch kämpft verzweifelt um sein Leben, während er ruckartig aus seinem Lebensraum gerissen wird und in Atemnot gerät. Auch das sogenannte "Catch-and-Release"-Angeln, bei dem der Fisch wieder zurück ins Wasser geworfen wird, bedeutet nicht weniger Leiden. Denn auch diese Praxis sorgt bei den Tieren für erhebliche Verletzungen und Stress, sodass sie stark geschwächt und mit schlechten Überlebenschancen in ihren Lebensraum zurückkehren.

Fische haben unterschiedliche Sozialsysteme
So wie bei Landtieren findet man auch bei Fischen sehr unterschiedliche Sozialsysteme.[10,11] Manche Fischarten leben als Einzelgänger wie die Forelle. Andere leben in Paaren und wieder andere schließen sich zu losen Gruppen oder großen Schwärmen zusammen wie der Thunfisch. Dank ihres Langzeitgedächtnisses können Fische komplexe soziale Beziehungen aufbauen. Sie besitzen zudem ein räumliches Erinnerungsvermögen, welches ihnen ermöglicht, mentale Landkarten zu erstellen, mit denen sie sich in Gewässern orientieren.[12]

Fische empfinden Schmerzen
Oft wird mit der Aussage "Fische empfinden keine Schmerzen" versucht, jegliche Diskussion um deren Leidensfähigkeit zu vermeiden. Fische können nicht schreien, und man sieht ihnen ihre Schmerzempfindungen nicht an. Daher bleibt bei uns häufig das Unbehagen aus, das wir empfinden, wenn wir zum Beispiel Schweine, Rinder oder Hühner leiden sehen. Doch die Forschung bestätigt zunehmend, dass sie Schmerzempfinden können. So verfügen auch Fische über sensorische Systeme sowie Hirnstrukturen und Funktionen, die für die Wahrnehmung von Schmerz, Angst und Stress verantwortlich sind.[13,14,15] Auch Verhaltensweisen wie Abwehrreaktionen auf Schmerzreize unterstützen diese Annahme.[16]

Nachfrage nach Fisch steigt
Trotz überfischter Meere und Seen wächst die weltweite Nachfrage nach Fisch. Laut der UN-Ernährungs- und Landwirt-schaftsorganisation FAO lag der weltweite Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch im Jahr 2014 bei 20 Kilogramm.[6] So sorgt etwa die weltweit steigende Nachfrage nach Sushi dafür, dass der Thunfisch zunehmend in seiner Existenz bedroht ist. Das als gesund geltende Fast Food ist mittlerweile an fast jeder Straßenecke erhältlich über die fatalen Auswirkungen der Überfischung sind sich jedoch die wenigsten Konsumenten im Klaren. So sind allein die nordpazi-fischen Thunfischbestände um mehr als 96 % geschrumpft.[17]

Bitterer Beigeschmack: Fische enthalten Quecksilber, Dioxin und Blei
Allein die Tatsache, dass Fische alle Schadstoffe im Wasser aufnehmen und in ihren Körpern anreichern, sollte den Konsumenten nachdenklich stimmen. Dabei gilt als Faustregel: Je höher der Fisch in der Nahrungskette, desto höher die Konzentration an Giftstoffen in seinem Körper. Betroffen hiervon sind auch die beliebten Arten Lachs und Thunfisch.[18] Denn große Raubfische fressen kleinere Meeresbewohner und nehmen deren Giftstoffe auf, die sich dann in ihrem Organismus ansammeln und konzentrieren (Bioakkumulation). Mit dem Verzehr von Fischen konsumiert man zum Beispiel Quecksilber, PCB (Polychlorierte Biphenyle), Dioxin, Blei und Arsen, wodurch diverse ernsthafte Gesundheitsprobleme entstehen können: von Nierenschäden über geistige Entwicklungsstörungen und Krebs bis hin zum Tod.[19] Die auf Aquafarmen gezüchteten Fische stellen hierzu keine gesündere Alternative dar. Denn sie bekommen Antibiotika und Chemikalien verabreicht , um Parasiten, Haut- und Kiemeninfektionen zu bekämpfen alles Folgen der unnatürlichen Haltungsbedingungen.

Umdenken dringend erforderlich
Wer Fisch bisher für ein ethisch, ökologisch und gesundheitlich unbedenkliches Lebensmittel hielt, sollte in Anbetracht der Fakten erneut darüber nachdenken, ob Fisch tatsächlich eine Alternative zu Fleisch darstellt. Denn Fische können nicht nur Schmerzen empfinden, sondern verfügen auch über komplexe kognitive Fähigkeiten und Sozialstrukturen. Entscheidend ist, dass sowohl eine nachhaltige Fischerei als auch eine nachhaltige Fischzucht in Aquafarmen in der Praxis quasi unmöglich ist. Vor dem Hintergrund der enormen Fangmengen und der Belastung von Umwelt, Natur und Fischpopulationen ist ein Umdenken dringend notwendig.

Quellen

zurück: Schafe

nach oben: Fische

nächste Seite: Lebendtiertransporte

Fische werden von vielen Menschen als niedere Lebewesen wahrgenommen, denen weder Empfindungsvermögen noch kognitive Fähigkeiten zugestanden werden.

Neuere Forschungsergebnisse zeigen jedoch eindeutig, dass die Unterschiede zwischen Fischen und anderen Wirbel-tieren hinsichtlich ihres Gedächtnisses, ihrer Lernfähigkeiten und ihrem Sozialverhalten weit geringer sind, als lange Zeit angenommen wurde.

So sind Fische erstaunlich lernfähige Lebewesen und weisen Merkmale der sozialen Intelligenz wie Täuschungs-strategien, Bestrafung oder Altruismus auf. Und auch bezüglich der Leidensfähigkeit zeigt sich immer deutlicher: Auch Fische empfinden Angst, Schmerzen und Stress. In der Intensiv-haltung von Fischen wird all dies weitestgehend ignoriert.

Fische erhalten im Tierschutz wenig Beachtung
Wale, Delfine und Schildkröten sind Meerestiere, für deren Schutz sich Menschen schon seit vielen Jahren einsetzen. Bei Fischen hört der Tier-schutzgedanke jedoch oftmals auf, weil sich ihr Leiden unserer Wahrnehmung entzieht.

So bezeichnen viele Kulturen Fisch nicht einmal als Fleisch und der sogenannte Pescetarier lehnt prinzipiell den Verzehr von Tieren ab, macht bei Fischen jedoch eine Ausnahme. Sie selbst bezeichnen sich als Vegetarier, die Fisch essen. Dieser Neologismus hat bislang aller-dings noch keinen Einzug in die Wörterbücher erhalten.

Fisch gilt laut Definition nicht als Fleisch
Fleisch wurde für den Warenverkehr in der EU rechtlich definiert und bezeichnet demzufolge alle genießbaren Teile von warmblütigen Tieren wie Rinder und Schweine sowie Geflügel und frei lebendes Wild. Doch eine Definition sollte nicht darüber entscheiden, ob wir ein Lebewesen schützen und wertschätzen oder nicht.

Fische leiden stumm
Fische werden beim Fischfang oft aus der tiefen See abrupt in die Höhe gezogen. Infolge der wechselnden Druck-verhältnisse zerreißen ihre Schwimm-blasen und die Augen treten aus den Höhlen. Hunderttausende von Indivi-duen sterben so bei einem einzigen Holvorgang eines Fabrikschiffes schon auf dem Weg nach oben.

Spätestens auf dem Schiff angekommen ersticken sie dann qualvoll. Da Fische jedoch nicht schreien, während sie tödliche Schmerzen verspüren, fehlt uns häufig das Unbehagen, das wir empfinden, wenn wir zum Beispiel Schweine, Rinder und Hühner leiden sehen.

Überfischung schadet den Meeren und dem gesamten Ökosystem
Der Verzehr von Fischen hat schwere ökologische Auswirkungen. Der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch und sogenannten Meeresfrüchten lag laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung für das Jahr 2014 bei 14 Kilogramm. Zu den beliebtesten Fischen zählen dabei Lachs, Hering, Thunfisch und Kabeljau.

Als Meeresfrüchte werden Meerestiere bezeichnet, die keine Wirbeltiere sind, wie zum Beispiel Muscheln, Wasser-schnecken, Tintenfische, Garnelen, Krab-ben und Hummer. Viele Bundesbürger greifen dabei auf heimische Gewässer zurück, da sie dies für besonders nach-haltig halten. Allerdings warnt sogar das Bundesministerium für Bildung und Forschung davor, dass die Ostsee seit Jahren überfischt ist.

Dabei schadet dem Meer nichts so sehr wie die Überfischung.

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in meiner Datenschutzerklärung.