Bodenhaltung

Hühner Bodenhaltung

63,07 % der Legehennen und damit der bei weitem größte Teil leben heute in Bodenhaltung. Dabei sind Betriebe mit mehr als 200.000 Hennenhaltungsplätzen keine Seltenheit. In der klassischen Form der Bodenhaltung werden die Hennen in großen Hallen in Gruppen von bis zu 6.000 Tieren und bei einem Platzangebot von 9 Hennen pro m 2; (bzw. 1.111 cm 2; je Huhn) gehalten. Wie bei den Käfighennen findet sich auch der größte Anteil der Bodenhaltungshennen in Betrieben mit mindestens 200.000 Legehennen. In Bodenhaltung sind die Hallen lediglich zu einem Drittel der begehbaren Gesamtfläche mit Einstreu ausgestattet, da mehr Einstreu mit zusätzlichen Kosten und Aufwand für die Entsorgung verbunden ist. Der Rest des Bodens besteht aus Gittern aus Holz oder Plastik an denen sich die Tiere schmerzhafte Verletzungen zuziehen können, wenn sie ungünstig konstruiert wurden (z. B. mit mangelhafter Auftrittsbreite). Über den Gittern sind Sitzstangen, Nester (mit Böden aus Gummi- oder Kunstrasen) sowie Trink- und Fressvorrichtungen angebracht. Stellt man die angebotenen Nestflächen der Tierzahl gegenüber, so wird ersichtlich, dass sich über 100 Tiere einen Quadratmeter Nestfläche teilen müssen.

Auch die Bodenhaltung mit Volierengestellen ist für Legehennen erlaubt. Dabei dienen die Volieren (Etagensysteme mit Zwischenböden) als separate Funktionsbereiche und die Stallgrundfläche wird als Scharraum genutzt. Dadurch wird einerseits eine Strukturierung des Stalls ermöglicht, es führt aber auch zu noch höheren Besatzdichten, obwohl bekannt ist, dass sich eine hohe Besatzdichte negativ auf die artspezifischen Verhaltensweisen der Hühner auswirkt. Die Etagen der Volieren sind nicht eingestreut, sondern haben größtenteils perforierte Draht- oder Plastikböden.

Alles in allem zeichnet sich auch die Bodenhaltung durch eine sehr künstliche Umgebung für die Tiere aus. Quelle: Albert Schweitzer Stiftung

Das Ende der Schnabelkürzung
30.07.2014

Ab Anfang 2017 ist das Schnabelkürzen von Legehennen großflächig untersagt. Nachdem zunächst der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer diese Praxis per Erlass zum 31.12.2016 in Niedersachsen verboten hat, zieht nun der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung (KAT) nach. KAT fordert nun von seinen Mitgliedern, sich dem Erlass anzuschliessen.

Da Supermarktketten eine KAT-Zertifizierung bei ihren Zulieferern erwarten, wird es ab 2017 keine Eier von Hennen mehr in Supermärkten geben, denen die Schnäbel amputiert wurden. Das ist ein großartiger Erfolg, der mehr als 70 Millionen Legehennen betrifft!

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Hühner sind neugierige, lernfähige und intelligente Vögel, die bevorzugt in kleinen Gruppen von 5 bis 20 Hennen und einem Hahn leben. In Freiheit verbringen sie viel Zeit mit dem Erkun-den der Umgebung und dem Aufspüren ihrer vielfältigen Nahrung, die von Insekten und Würmern bis hin zu Samen oder Früchten reicht.

Dabei bewegt sich die Gruppe in einem festen Revier, das durch den leitenden Hahn vor Artgenossen anderer Gruppen verteidigt wird. Während der Brut- und Aufzuchtphase sondern sich die Hennen vom Rest der Gruppe ab, um an geschützter Stelle ein Nest zu bauen, ihre Eier auszubrüten und den geschlüpften Nachwuchs großzuziehen.

Werden die Mütter und ihr Nachwuchs jedoch einmal getrennt, stoßen beide spezielle Rufe aus, bis sie sich wieder gefunden haben. In der heutigen Lege-hennenhaltung hat das Eierlegen nichts mehr mit der Fortpflanzung von Hühnern zu tun, sondern allein mit der massenhaften Produktion von Eiern für den Nahrungsmittelmarkt.

Überzüchtung

Gemeinsam ist den Legehennen aller Haltungssysteme, dass sie dort aus-schließlich dazu dienen, durchweg und in hohen Mengen Eier zu legen. Während die Hennen ihrer Vorfahren, die in Südostasien lebenden Bankivahühner, lediglich bis zu vier Mal jährlich ein Gelege von 5–10 Eiern (bzw. bis zu 40 Eier im Jahr) hervorbringen, sind die heute genutzten Hochleistungshennen dazu gezwungen, rund 300 Eier im Jahr zu legen – und das ohne Unterbrechung. Diese hohe und von den Jahreszeiten unabhängige Legeleistung wird durch das Zusammenspiel von künstlichen Beleuchtungsprogrammen und der Überzüchtung der Tiere erreicht.

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