Freiland- und Biohaltung

Freiland- und Biohaltung

18,22 % der Legehennen leben in Freilandhaltung und weitere 10,40 % in ökologischer Erzeugung. Der größte Anteil dieser Hennen wird in Betrieben mit bis zu 30.000 Tieren gehalten. In der Freilandhaltung sind die Hennen im Stall denselben Bedingungen ausgesetzt wie in der Bodenhaltung. Allerdings wird ihnen tagsüber Zugang zu einem Auslauf im Freien zugestanden, der vom Tierhalter jedoch zeitlich beschränkt werden kann. Der Auslauf umfasst 4 qm; pro Tier und ist im Idealfall überwiegend bewachsen und verfügt ebenfalls im Idealfall über Unterschlupfmöglichkeiten wie Unterstände oder Büsche (als Schutz z. B. vor Raubtieren). Fehlen solche Unterschlupf-möglichkeiten, so wird der Auslauf von den Tieren kaum ausgenutzt. Stattdessen bleiben sie auf einer kleinen Fläche, bevorzugt im stallnahen Bereich, zusammen.

Die Nutzung des Auslaufes hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie wird bestimmt von der Bauweise der Zugänge, der Tageszeit, dem Wetter, den darin lebenden Legehybriden und auch der Gruppengröße. Denn je größer die Gruppe ist, desto weniger Tiere laufen die weiten Strecken bis zu einem noch nicht von Hennen besetzten Bereich. In der Freilandhaltung ermöglicht ein größerer Bewegungsraum das Ausleben einiger artgemäßen Verhaltensweisen, dennoch dient die Henne hier ebenso nur der Eierzeugung.

Die biologische Erzeugung unterscheidet sich von der Freilandhaltung bezüglich der Haltungsvorschriften lediglich darin, dass die Tiere dort in geringeren Besatzdichten (6 statt 9 Tiere pro qm;) und geringeren Gruppengrößen (maximal 3.000 statt 6.000 Tiere pro Gruppe) gehalten werden, was aber nur begrenzte Vorteile für die Tiere bewirkt, da auch diese Bedingungen der natürlichen Lebensweise von Hühnern nicht nahe kommen.

Legehennen aus Biobetrieben geht es in punkto Stallgröße, Haltung und Fütterung besser als konventionell gehaltenen. Die Bioverbände geben dabei strengere Richtlinien vor als die EG-Öko-Verordnung.

Der Betrug mit falsch gekenn-zeichneten Eiern Anfang des Jahres hat viele Verbraucher für die Hal-tungsbedingungen von Legehennen sensibilisiert. Auch einige Bio-Großbetriebe hielten deutlich mehr Hennen als nach der EG-Öko-Verord-nung erlaubt war. Die Eier hätten daher nicht als Bioware verkauft werden dürfen. Generell kann ein Produkt nur als Bio ausgelobt werden, wenn es mindestens den Anfor-derungen der EG-Öko-Verordnung entspricht. Die deutschen Bio-Anbau-verbände Bioland, Biokreis, Biopark, Demeter, Ecoland, Gäa und Naturland stellen darüber hinaus strengere Anforderungen an ihre Mitglieder.

Während konventionell gehaltene Hennen sich den Stall häufig ohne Einstreu, Sitzstangen und Grün-auslauf mit neun anderen Tieren auf einem Quadratmeter teilen müssen, wird Bio-Hühnern mehr Platz und Auslauf zugestanden. In der kon-ventionellen Legehennenhaltung gibt es keine Obergrenze für die Größe der Herde und teilweise leben bis zu 20.000 Tiere in einem Stall. Nach EG-Öko-Verordnung sind dagegen maxi-mal 3.000 Legehennen pro Stall erlaubt. Allerdings kann ein Betrieb mehrere Ställe gleichzeitig betreiben und so ebefalls auf eine große Menge Hennen kommen. Die deutschen Bio-Anbauverbände begrenzen die Anzahl der Tiere über die zur Verfügung stehende Fläche. Pro Hektar Land dürfen maximal 140 Hennen gehalten werden. Dadurch ist gewährleistet, dass ausreichend hofeigenes Futter angebaut und der anfallende Mist auf die Felder ausgebracht werden kann, ohne diese zu überdüngen. Bei Mitgliedern der Bioverbände dürfen über den Mist höchstens 112 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr an-fallen. Die EG-Öko-Verordnung erlaubt bis zu 170 kg Stickstoff. Dies entspricht etwa einer Herdengrenze von 230 Legehennen pro Hektar.

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